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17 Sep

Nerva-Forum

Nach dem Bau des Templum Pacis , des Friedenstempels, der 75 n. Chr. fertig gestellt wurde, blieb noch ein breiter rechteckiger Platz von 45 x 170 Metern, der sich zwischen dem Tempel und früheren Bauten, die  aus der Zeit von Augustus und Caesar stammten, erstreckte. Es handelt sich um ältere Gewerberäume (11, die noch von dem ältesten Viertel Argiletum übriggeblieben waren) und um die beiden gigantischen südlichen Apsiden des Augustsforums.

Auf der Westseite dürfte das Gebiet von der großartigen Rückseite der Basilika Aemilia abgegrenzt gewesen sein, während die Cloaca Maxima das Areal unterirdisch durchfloss.

Jüngste Grabungen sowie literarische Quellen von Autoren der Antike erlauben die Vermutung, dass die Gestaltung des verbleibenden Raums und ihre Verwandlung in Forum ein Werk des Kaisers Domitian war, der von 81 bis 96 n. Chr. regierte. Bereits in den Jahren 85 -86 könnte der neue Komplex so gut wie fertig gestellt worden sein, während er 97 n. Chr.  von Kaiser Nerva (der von 96 bis 98 regierte) eingeweiht wurde, dessen Namen das Forum heute noch trägt.

Das Gebiet wurde in einen forensischen Platz umgewandelt, von circa 114 x 45 Metern, in dem man in der Mitte der östlichen Schmalseite einen der Göttin Minerva geweihten Tempel errichtete und einen, die Wand auskragenden Bogengang mit Gebälk längs der längeren Seiten, an denen der zur Verfügung stehende Platz so eng und langgestreckt war,  dass es nicht möglich war, Säulenhallen zu errichten.

Diese Bauweise erlaubte das Problem zu lösen, das die Präsenz der zwei südlichen Apsiden des Augustusforums aufwarfen, die das Areal abrupt verengten. Der Tempel der Minerva wurde praktisch an die größere Apsis angebaut, indem man den Tempel längs der Achse des Forum orientierte, während die kleiner Apsis abgerissen wurde. Die Verknüpfung von Apsis und Tempel und die offenkundige Asymmetrie des Tempels wurden auf der Rückseite durch eine elliptischen Säulenhalle ausgeglichen: dem Portikus Absidata, von dem heute nur mehr spärliche Reste der Tuffsteinblöcke der Säulensockel geblieben sind, die auch den monumentalen Eingang von der Suburra in das Forum bildeten.

Vom Nerva-Fourm sind nach den jüngsten Grabungen die Ost- und Westseite sichtbar, während der zentrale Teil noch unerforscht unter der Via dei Fori Imperiali liegt.

Der östliche Sektor wurden zwischen 1931 und 1942 ausgegraben und in der Ecke, die dieser Teil heute mit dem Largo Corrado Ricci bildet, steht noch das einzige erhalten Stück der Einfriedungsmauer des Forums. Vor der Mauer stehen noch heute – nach über 19 Jahrhunderten –zwei der ursprünglichen 44 Säulen in Pavonazzetto-Marmor, die einst auskragend die Seiten des Platzes zierten: die sogenannten Colonnacce.

Über dem Gebälk der Säulen verläuft ein Fries, der Tugenden römischer Frauen schildert. Über dem Fries befindet sich eine Attikazone mit weiteren Reliefs.

Informationen: http://archeoroma.beniculturali.it/en

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